1939
entsteht in einem Waldgebiet nördlich des
Fleckens Steyerberg eine Munitionsfabrik. Im
Laufe der Kriegsjahre werden dort zunehmend
mehr „Fremdarbeiter“ und Kriegsgefangene
eingesetzt.
Für deutsche Arbeitskräfte stehen
feste Unterkünfte zur Verfügung, sowjetische
und andere osteuropäische Arbeiter werden
in einem Barackenlager mit über 5500 Plätzen
untergebracht. Für viele Menschen werden
die Lager bei Steyerberg zur letzten Station
ihres Lebens.
In Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge werden 1954 die
Opfer umgebettet, die heutige
Kriegsgräberstätte Deblinghausen-Hesterberg
entsteht. Auf der 1962 eingeweihten Anlage ruhen
rund 2400 Tote. Die Identität vieler ist
nicht mehr zu ermitteln.
Kriegsgräberstätte
Leese
Auf der Kriegsgräberstätte Leese ruhen
68 überwiegend junge Soldaten, die noch
in den letzten Kriegstagen gestorben sind. Im
Jahr 1961 werden aus mehreren Gemeindefriedhöfen
in benachbarten Orten weitere 17 Kriegstote
auf diese Kriegsgräberstätte umgebettet.
Seit
der Besetzung vieler ost- und südosteuropäischer
Länder werden vermehrt Zwangsarbeiter aus
Russland, Polen, Jugoslawien, Rumänien
und den baltischen Staaten für die Arbeiten
in den Munitionsfabriken herangezogen. Unter
den Arbeitern sind auch viele Frauen, die teilweise
hochschwanger die Barackenlager erreichen.
Viele Kinder, die im Lager geboren werden, überleben
die harten Bedingungen ihrer Umgebung nicht.
Unter ihnen befindet sich der erst zweijährigen
Pole Marian Kubice.