
Die Gräber der Kriegsopfer auf dem Bückeburger
Friedhof an der Jetenburger Straße erinnern
an den „Todeszug“ von 1946. 89 Heimatvertriebene
aus Schlesien sind hier bestattet.
Über 1500 Deutsche werden im Winter 1946
von den polnischen Behörden ausgewiesen.
Der Transport nach Westdeutschland – in
Viehwaggons bei eisiger Kälte und mangelnder
Verpflegung – fordert viele Opfer.
Am 2. Januar 1947 werden die ersten Verstorbenen
in Bückeburg beigesetzt.
Seit einigen Jahren nehmen sich Schülerinnen
und Schüler der Landfrauenschule Bückeburg
und der Herderschule des Gräberfeldes an.
Der
Zug mit den Vertriebenen verlässt Breslau
am 17. Dezember 1946 und erreicht Bückeburg
am 23. Dezember. Im Zug sind 1543 Menschen zusammengepfercht,
fast ohne Nahrung und wärmende Kleidung.
Der
Arzt Dr. Loch, der im „Todeszug“
mitfährt und dessen Frau unterwegs stirbt,
berichtet: „... In dem Viehwaggon lag
irgendwo eine schreiende Frau. Ich kletterte
über Menschen. Sie lag in Wehen –
eine Frühgeburt. Ich entband sie von einem
totgeborenen Kind. Während dieser Arbeit
erfroren mir meine Füße. Kinder wimmerten,
Frauen schrien. Wir zählten drei Geburten
und zwei Fehlgeburten ...“.Unter den Kleinkindern,
die die Fahrt nicht überlebten, befinden
sich Reinhard Hoppe und Hannelore Grosser.
Im
Dezember 2005 wurde auf diesem Friedhof eine
Geschichts- und Erinnerungstafel aufgestellt