Schaumburger Wochenblatt v. 16.04.2008
Auflage: 77.000

Jugend dient als Multiplikator
Volksbund leistet eine wichtige Arbeit gegen das Vergessen

Stadthagen (m­k). Ge­mein­sam mit dem hei­mi­schen SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Se­bas­tian Eda­thy be­suchte der Prä­si­dent des Volks­bun­des Deut­sche Kriegs­grä­ber­für­sor­ge, Rein­hard Füh­rer, ver­schie­dene Sta­tio­nen im Schaum­bur­ger Land, um ü­ber die Ar­beit des Ver­eins zu be­rich­ten und mit Ju­gend­li­chen zu spre­chen. Nach ei­nem Ge­spräch mit Bür­ger­meis­ter Bernd Hell­mann so­wie Schü­lern der Schule am Schloss­park, trug sich Füh­rer in das Gol­dene Buch der Stadt ein.
Eda­thy ist Mit­glied im Par­la­men­ta­ri­schen Ring des Volks­bun­des. Hier wer­den in ge­mein­sa­men Be­ra­tun­gen von Bun­des­re­gie­rung und Volks­bund-Vor­stand die Rah­men­be­din­gen der Ar­beit fest­ge­legt. Auf Ein­la­dung Eda­thys kam Füh­rer nun zu Ge­sprächen nach Schaum­burg. Vor Ort, so der Prä­si­dent, könne man auf ei­ner per­sön­li­chen Ebene mit den Men­schen ü­ber die Ge­scheh­nisse des Zwei­ten Welt­krie­ges und des­sen Fol­gen spre­chen. Auch die Ver­einss­truk­tur er­mög­li­che die­sen bür­ger­na­hen Kon­takt.
Nur zwölf Pro­zent des Fi­nanz­vo­lu­mens wer­den durch den Bund fi­nan­ziert, die rest­li­chen 88 Pro­zent wer­den durch Spen­den, Mit­glie­der­bei­trä­ge, etc. auf­ge­bracht. Bis heute hat der Ver­ein keine par­tei­po­li­ti­sche Aus­rich­tung. Die Ju­gend­ar­beit nimmt einen ganz be­son­ders wich­ti­gen Stel­len­wert ein. Denn durch sie wird das Thema in die Fa­mi­lien ge­bracht, die jun­gen Men­schen die­nen als Mul­ti­pli­ka­to­ren. Die zahl­rei­chen Ju­gend­be­geg­nungs­stät­ten wür­den zu­dem einen wich­ti­gen Bei­trag zur Völ­ker­ver­stän­di­gung leis­ten. Die En­kel­ge­ne­ra­tion könne end­lich ü­ber das Thema of­fen spre­chen. Be­ein­druckt zeigte sich Füh­rer dann auch von dem Pro­jekt der Schule am Schloss­park. Die Schü­ler des Wahl­pflicht­kur­ses "­Ar­beit für den Frie­den" ge­stal­ten be­reits seit meh­re­ren Jah­ren die Ge­denk­feier zum Volks­trau­er­tag, sam­meln für den Volks­bund und pfle­gen die Kriegs­grä­ber. Die Schü­ler be­to­nen, dass sie so einen bes­se­ren Zu­gang zur Ge­schichte er­hal­ten ha­ben. In Schaum­burg ein ein­zig­ar­ti­ges Pro­jekt, das, so der Prä­si­dent, zur Nach­ah­mung an­re­gen soll­te. Zur­zeit ori­en­tiert sich der Volks­bund ver­stärkt in Rich­tung Ost­eu­ro­pa. Nach dem Fall des Ei­ser­nen Vor­han­ges kann nun auch hier mit der Auf­ar­bei­tung der Ge­schichte be­gon­nen wer­den. Da­bei, so Füh­rer, stoße man in der Be­völ­ke­rung auf viel Zu­spruch. Und im letz­ten Jahr konn­ten Bun­des­wehr­sol­da­ten erst­mals ge­mein­sam mit Sol­da­ten der rus­si­schen Ar­mee zahl­rei­che Ge­fal­lene um­bet­ten. Die Ar­beit des Volks­bun­des, so Hell­mann, diene auch der Er­in­ne­rung an ei­nes der schlimms­ten Ka­pi­tel in der deut­schen Ge­schich­te.

 



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