Schaumburger Nachrichten v. 21.02.2008
Auflage: 18.200

“Ein mustergültiges Beispiel"
Volksbund sagt Danke für Arbeiten am Ehrenmal

Bad Nenndorf. Auf Anregung von Senta Taege hat der Kreisverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge seine Vorstandssitzung auf den Friedhof Bad Nenndorf verlegt, um das Ehrenmal zu besichtigen. Der Anlass: Die Anlage samt Bepflanzung war zuvor im Auftrag der Stadt auf Vordermann gebracht worden.
"Angefangen haben wir mit dem Kreuz", berichtete Stadtdirektor Bernd Reese vom Ablauf der Arbeiten. Ein Rosenschnitt wurde ausgeführt. Ferner müsse die Anlage aus Naturstein einmal im Jahr abgespritzt werden, um nicht zu vergrünen. "Als zweiten Schritt haben wir geprüft, ob es sich lohnt, die Platten zu erhalten", so Reese weiter. Die alten Steine hatten sich abgesenkt und sind jetzt mit einer entsprechenden Befestigung neu verlegt worden. Eine größere Investition, deren Umsetzung einige Zeit in Anspruch genommen habe, betonte der Stadtdirektor Zwei Jahre haben wir das vor uns hergeschoben".
Der erste Vorsitzende des Kreisverbandes Schaumburg, Werner Vehling, würdigte die Anlage als “mustergültiges Beispiel" und nutzte gemeinsam mit Bezirksgeschäftsführer Manfred Pape die Gelegenheit, um der Stadt Bad Nenndorf die Anerkennung des Volksbundes auszusprechen. "Wir sehen es gerne, wenn unsere Arbeit durch solche Maßnahmen gewürdigt wird." Vehling überreichte Bürgermeisterin Gudrun Olk als Geschenk vom Kreisverband ein Modell der Kirche Mariä Himmelfahrt in der Nähe von Sankt Petersburg. Diese gilt mit ihrem deutschen und russischen Soldatenfriedhof als Zeichen der Versöhnung zwischen beiden Ländern.
Um die Geschichte der Friedhöfe zu bewahren, steht die Stadt in Kontakt zum Gymnasium. Den Schülern soll im Rahmen der Spurensuche die Möglichkeit gegeben werden, sich mit den hier Begrabenen zu beschäftigen. Diese Kriegstoten sind zum Teil nur 18 Jahre alt geworden. Hinter jedem einzelnen Gedenkstein des Ehrenfriedhofes stehen persönliche Schicksale. "Nicht alle sind direkt in Nenndorf gefallen", berichtete Reese. "Unterlagen haben wir, zum Teil befindet sich auch Briefverkehr in unserem Archiv." Pape begrüßte diese Idee und verwies auf ähnliche Projekte unter der Leitung der Schulreferentin vom Bezirksverband Hannover, Sabine Meschkat-Peters. “Durchdie Beschäftigung der Schüler erhält diese Gedenkstätte die Bedeutung, die ihr zusteht", so Pape. Es sei wichtig, junge Menschen für die lokale Geschichte zu sensibilisieren, Erinnerungen wachzuhalten und an nachfolgende Generationen weiterzugeben. "Die Jugendlichen erschließen sich die Geschichte selbst und Schicksale werden so begreifbar." Ines Teschner

 



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