Die Harke v. 07.11.2007
Auflage: 23.400

Schüler halten die Erinnerung an die Opfer lebendig
Gedenktafeln von Schülern des Marion-Dönhoff-Gymnasiums wurden gestern dem Friedhof Bollmannstraße übergeben

Nienburg (her). Seit mehr als 60 Jahren lebt Deutschland in Frieden. Dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, daran wurde gestern auf dem Friedhof an der Bollmannstraße in Nienburg erinnert: Zwei Geschichts- und Erinnerungstafeln, die sich mit der Geschichte Nienburgs während des Zweiten Weltkriegs befassen, wurden ihrer Bestimmung übergeben.

Sie entstanden im Rahmen eines Schulprojektes der Klasse 11b des Marion-Dönhoff-Gymnasiums in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Stadt- und Kreisarchiv Nienburg.
Eine der beiden Tafeln erinnert den Besucher bereits im Eingangsbereich an die Kriegsgräber des Friedhofs und Nienburgs Historie im Krieg. Die zweite steht etwas abseits des Hauptweges, an einem Gräberfeld, auf dem Zwangsarbeiter ruhen: 15 Bürger der ehemaligen Sowjetunion, 14 Polen, vier Belgier, drei Jugoslawen und ein unbekannter Toter. "Wir wollten den Opfern Namen geben, indem wir etwas von ihrer Biografie erzählen", erklärte Schüler Michael Weichert.
"Die Bedeutung Nienburgs für die Kriegswirtschaft war erheblich", heißt es auf einer der Tafeln. Und weiter: "Die Munitions- und Waffenproduktion in Langendamm, Liebenau-Steyerberg und Leese wurde neben dienstverpflichteten Deutschen vor allem mit Hilfe von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in Gang gehalten."
Während der Arbeit in den Archiven wurden die Schüler Michael Weichert, Nathalie Werner, Anna-Lena Müller und Sabrina Skotarczak immer wieder mit den Greueltaten des Krieges konfrontiert. "Es fällt schwer, zu begreifen, wie der Mensch dem Menschen so etwas antun kann", wunderte sich Michael Weichert.

 



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