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Neue Deister Zeitung
v.
02.10.2007
Die dauerhafte Gefahr des Krieges - Volksbund warnt und klärt auf
OHG - Schüler sammeln für Kriegsgräberfürsorge / Ausstellung eröffnet
Springe (ric)"Der Krieg fängt in den Köpfen an, noch bevor der erste Schuss fällt", sagt Professor Rolf Wernstedt und Hunderte Schüler und zahlreiche geladenen Gäste nicken, lauschen aufmerksam. Für eine Schulveranstaltung ist es außergewöhnlich still. Das Thema bewegt.
Der ehemalige Landtagspräsident und Kultusminister, der zur Eröffnung der Ausstellung "Was heißt hier Frieden?!" nach Springe gekommen ist, spricht in der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums als Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Eindringlich macht er klar, auf welche unterschiedliche Weise Konflikte eskalieren und Kriege entstehen können – und verdeutlicht, warum die Arbeit des Volksbundes auch 62 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges unbedingt fortgeführt werden müsse.
Denn noch immer sind die Gebeine von mehr als 1,5 Millionen Kriegsopfern in Russland und Osteuropa verschollen. Sie ausfindig zu machen, den Toten eine gebührende letzte Ruhestätte zu errichten und damit nachfolgende Generationen vor den Schrecken des Krieges zu warnen sei die Aufgabe des Volksbunds. Wernstedt schildert, wie die sterblichen Überreste seines eigenen Vaters, der im Krieg gefallen ist, erst vor sechs Jahren gefunden wurden. "Das war ein merkwürdiges Gefühl."
Der prominente Redner mahnt an, niemand solle glauben, er sei frei von Gedanken, die Ursache für Kriege sein können: Neid und Missgunst, das Streben nach Macht und Besitztümern, Menschen, die sich für besser als andere halten – darin sieht der Volksbund-Landesvorsitzende eine immerwährende Gefahr. "Krieg ist nicht gestern, Krieg ist heute", sagt er mit Verweis auf den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan, Bosnien und dem Kosovo. Und: Hass gegen andere Völker, das hat Wernstedt beim Besuch einer dritten Klasse in Hannover gespürt, wird oft in jungen Jahren geschürt. „Man muss nicht jeden mögen. Dafür aber lernen, den Mut zu haben, darüber zu reden und Konflikte zu lösen."
In dieser Woche werden Schüler des OHG wieder für den Kriegsbund in der Innenstadt Spenden sammeln. Wer mehr über die Arbeit des Vereis wissen möchte, kann sich bis zum 10. Oktober die Ausstellung werktags in der Zeit von 9 bis 17 Uhr in der Schule ansehen.
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