Kreiszeitung Syke v. 26.06.2007
Auflage: 14.700

Denkmal in Theorie und Praxis
BBS-Schüler richten Gedenkstein her

SYKE (mwa) Mit Schrubber und Besen rücken sechs Schüler des Berufsvorbereitenden Jahres der Berufsbildenden Schulen Syke (BBS) dem alten Kriegerdenkmal an der B 6 zu Leibe.
Coskun Arslan, Malte Brüning, Melanie Erfurt, René von Eyhs, Sandra Wasilewska und Kai Wolters machen das nicht aus Idealismus: Die Putzaktion ist als Projekt Bestandteil ihres Unterrichts.
"Die Idee ergab sich aus einem privaten Gespräch", erzählt Berufsschullehrer Uwe Heusmann. Mit Ratsfrau Brigitte Haase, die sich auch im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge engagiert, war er auf das Denkmal gekommen. Haase: "Uns war schon länger aufgefallen, dass das Denkmal in einem ziemlich schlechten Zustand ist. Der Volksbund ist finanziell allerdings auch nicht so gesegnet. Ich habe mich daher sehr gefreut, dass Uwe Heusmann sofort gesagt hat, er wolle sehen, ob er da ein Unterrichtsprojekt daraus machen könne."
Nach Rücksprache mit der Schulleitung stand schnell fest: Das geht. Drei bis vier Wochen lang bringen die Schüler an jeweils zwei Tagen das Denkmal jetzt auf Vordermann, indem sie mit Wasser und Essigreiniger den Pilzbefall bekämpfen. "Den geschichtlichen Hintergrund arbeiten sie parallel dazu im Politikunterricht auf", erklärt Heusmann und findet das "eine feine Sache." Gemeinsam mit einem Steinmetz will darüber hinaus der Syker Bauhof zu einem späteren Zeitpunkt die Risse in den Gedenksteinen sowie die Pflasterung und Treppen ausbessern.
Das Kriegerdenkmal besteht aus zwei Gedenksteinen: An der Bundesstraße befindet sich der für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Rund 200 Meter dahinter, durch eine Sichtachse verbunden, steht das Denkmal für die Gefallenen aus dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 /71. Dieses Denkmal stand zuerst auf dem Gelände der heutigen Ratsapotheke. An seinen jetzigen Platz wurde es 1922 gebracht, als zur Straße hin das neuere Kriegerdenkmal "in den Wald gestellt" wurde, wie es Stadtarchivar Hermann Greve ausdrückt. "Seine jetzige Gestalt mit den Treppen und dem Pflaster hat das Denkmal erst seit 1938", so Greve. 1952 wurde die zentrale Inschrift verändert und 1960 kamen die Namen der Gefallenen aus dem Zweiten Weltkrieg hinzu.

 



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