Hildesheimer Allgemeine v. 18.11.2006
Auflage: 49.100

Prominente sammeln im Regen
1187,46 Euro für die Kriegsgräberfürsorge

(nec) Wer hier das Kommando hat, ist schnell geklärt: „Am Besten gehen wir da lang und greifen dann von der Seite an“, sagt Polizeidirektor Uwe Ippensen lachend und zeigt Richtung Andreaspassage. Hans Kleingeist, Stabsfeldwebel der Reserve, folgt willig mit der Spendenbüchse in der Hand. Gemeinsam mit 40 anderen Teilnehmern – prominenten Hildesheimern und Bundeswehrangehörigen – sind sie gestern zur traditionellen Spendensammelaktion für die deutsche Kriegsgräberfürsorge unterwegs gewesen. Doch das richtige Spendenwetter will sich in diesem Jahr nicht einstellen: Als die versammelte Prominenz um Viertel nach elf vom Rathaus ausschwärmt, regnet es in Strömen. In der Fußgängerzone sind deshalb zeitweise mehr Spendensammler als Passanten unterwegs. Da hilft auch Ippensens kluge Ausweichstrategie nicht viel: „Wir haben schon!“, tönt es ihm immer wieder entgegen. „Verflixt nochmal, wer ist denn da unterwegs“, brummt Ippensen. Kurz hinter der Andreaspassage löst sich das Rätsel. Superintendent Helmut Aßmann war einfach schneller. Entschlossen stapft der Kirchenmann in Begleitung von Oberfeldwebel Florian Bode auf jeden Passanten zu, der ihm in die Quere kommt. Selbst mürrisch dreinblickende Jugendliche kann er freundlich zum Spenden überreden.
1187, 46 Euro brachten die Prominenten nach einer Stunde ins Rathaus, das sind immerhin 15 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Rekord von 1519 Euro aus dem Jahr 2003 war trotzdem nicht zu brechen – da war allerdings auch das Wetter besser. Den Spitzenwert erzielte – wie schon in den vergangenen Jahren – die ehemalige Bürgermeisterin Edith Feise: 100,95 Euro klapperten in ihrer Spendenbüchse.
Im nächsten Jahr wird der Sammeltag auf einen Sonnabend verlegt, denn da der Bundeswehrstandort Hildesheim aufgelöst wird, müssen künftig die Reservisten und Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren ran.

 



Zurück