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Alfelder Zeitung
v.
18.05.2006
Auflage:
20.000
Geschichtstafeln auf dem Alfelder Friedhof Gemeinschaftsprojekt von Realschülern aus Alfeld und dem Volksbund Kriegsgräberfürsorge gestern vorgestellt.
Alfeld (st). Zehntklässler der Carl-Benscheidt-Realschule setzten sich im Wahlpflichtkurs Geschichte ein Jahr mit den Ereignissen aus dem Zweiten Weltkrieg und den Gräbern der Zwangsarbeiter auseinander. Ihre Arbeiten flossen in ein Schulprojekt, das vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirksverband Hannover, initiiert wurde. Gestern wurden die Ergebnisse in Form von zwei Geschichts- und Erinnerungstafeln auf dem Alfelder Friedhof vorgestellt.
Alfeld im Dritten Reich, der Zweite Weltkrieg in Niedersachsen, Gräberfelder für die gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Das sind Beispiele für Themen, die auf den beiden Schautafeln nachzulesen sind. Gerhard Kraus, zuständiger Lehrer des Wahlpflichtkurses, gab den Gästen gestern einen Einblick in die umfangreiche Arbeit der beteiligten 20 Schüler, die im vergangenen Jahr die Realschule verließen.
Eine sehr intensive und erlebnisreiche Aufgabe sei das Projekt für die Zehntklässler gewesen. Dabei sei es nicht nur schwierig gewesen, die große Flut der Informationen auf den kleinen Flächen der Schautafeln zu verarbeiten, sondern auch die Nachforschungen persönlich zu verarbeiten.
Bekanntlich engagiert sich Gerhard Kraus, auch in seiner Funktion als Kreisheimatpfleger, seit Jahrzehnten für den Erhalt der Denkmalpflege. An der Realschule bietet er immer wieder Arbeitsgemeinschaften (AG) an. So kamen gestern, sozusagen stellvertretend für die entlassenen Projektteilnehmer, einige Schüler der derzeitigen AG auf den Friedhof.
Bürgermeister Karl-Heinz Duwe nutzte die Präsentation, um den Schülern und dem Volksbund für ihr Engagement zu danken. "Wir dürfen die Vergangenheit nicht verdrängen. Wir müssen uns immer wieder damit auseinandersetzen", appellierte Duwe.
Das unterstrich auch Karl-Heinz Mönkemeyer, Bezirksvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Er stellte vor allem das Ziel des Projektes heraus: Schüler mit der Vergangenheit konfrontieren. Mit den beiden Alfelder Tafeln stehen jetzt insgesamt zehn auf Friedhöfen in Niedersachsen.
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