Schaumburg-Lippische Landeszeitung v. 12.05.2009
Auflage: 3.200

"Mit anderen Nationen zusammenkommen"
Mahnmal gegen Krieg: Rintelner Schüler reisen mit Monte-Cassino-Stiftung zur Gedenkfeier

Rinteln (pk). Die Schlacht um Monte Cassino gilt als eine der längsten des Zweiten Weltkriegs – heute erinnern vor allem die Gräber Tausender gefallener Soldaten an sie.
Um die Erinnerung an die einstige Kriegsstätte und die Grausamkeit des Krieges aufrechtzuerhalten, gründeten der Rintelner Unternehmer Richard Hartinger und Joseph Klein 2005 die Stiftung "Monte Cassino". Hartingers Vater war in der Schlacht gefallen, Klein war als Leutnant der Wehrmacht an ihr beteiligt. Die Stiftung nutzte jetzt den Bezirksvertretertag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im "Stadtkater", um sich vorzustellen. Nach einem Grußwort von Hartinger gab Stiftungsmitglied Gunnar Meyer einen Überblick über die Stiftung.
Zweck der Stiftung sei, die Soldatenfriedhöfe am Monte Cassino über die Generationen hinaus als Mahnmal gegen den Krieg dauerhaft zu erhalten.
Der Stiftung, so Meyer, gehe es nicht nur um die Ehrung der Gefallenen: Sie sammelt auch Spenden für den Erhalt der Gräber und organisiert Schulausflüge dorthin. In Monte Cassino lernen Schüler über die Schlacht, pflegen Gräber und begeben sich auf Spurensuche der Gefallenen. 2007 fuhr die Stiftung erstmals, unterstützt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, mit Schülern aus Lüneburg und dem polnischen Wagrowiec an den geschichtsträchtigen Ort. 2008 folgten Schüler aus Wagrowiec und Wittenberg.
Am kommenden Sonnabend, 16. Mai, werden 18 Schüler des Rintelner Ernestinum mit polnischen Schülern nach Monte Cassino aufbrechen.
Meyer erklärt die häufige Zusammenarbeit mit polnischen Schulen: „Zwischen Deutschland und Polen besteht, wie die immer wieder aufkeimenden Streitigkeiten zeigen, offenbar noch mehr Aufarbeitungsbedarf in Bezug auf die Kriegsgeschichte als beispielsweise zwischen Deutschland und Frankreich. "Deshalb wollen wir in Zukunft auch mit anderen Nationen in Cassino zusammenkommen."
Am 18. Mai liegt das Ende der Schlacht 65 Jahre zurück, dann wird eine große Gedenkfeier in Monte Cassino abgehalten, an der Menschen aus aller Welt teilnehmen werden, darunter Veteranen, Papst Benedikt XVI. – und die Rintelner Schüler.

 



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