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Hannoversche Allgemeine
v.
09.05.2009
Ehrenfriedhof am Nordufer des Maschsees wird umgestaltet
Der Ehrenfriedhof am Nordufer des Maschsees, auf dem 386 zum größten Teil aus der ehemaligen Sowjetunion stammende NS-Zwangsarbeiter begraben liegen, wird ein neues Gesicht bekommen.
Schüler der Heinrich-Heine-Schule sammeln derzeit Ideen zur Umgestaltung der Gedenkstätte, die sie bis Anfang September mithilfe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Stadt Hannover umsetzen wollen. Fest steht aber bereits, dass die Gräber eingefasst werden. Außerdem sollen auch die vor Kurzem von der Historikerin Janet Anschütz herausgefundenen 99 Namen der bisher weitestgehend unbekannten Opfer auf dem Gelände einen Platz finden.
„Wir wollen, dass die Gedenkstätte künftig auch wieder verstärkt als Friedhof wahrgenommen wird“, sagte Sabine Meschkat-Peters, Schulreferentin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, am Rande der gestrigen Gedenkfeier zum 64. Jahrestages des Kriegsendes. Bislang wäre die Gräberstätte mit den vereinzelt auf einer Wiese stehenden Steinkreuzen kaum als Mahnmal im Bewusstsein der Hannoveraner. "Deshalb wollen wir die Gräberreihen wieder sichtbar machen, um an die schrecklichen Verbrechen kurz vor dem Kriegsende nachhaltig zu erinnern", sagte Meschkat-Peters. Auf dem Friedhof liegen auch die 154 Opfer, die am 6. April 1945 auf dem Seelhorster Friedhof von der Gestapo erschossen worden waren.
Die Umgestaltung soll bis zum 1. September abgeschlossen sein. Aber auch danach werden sich Schüler der Heinrich-Heine-Schule weiter um die Pflege des Friedhofs kümmern. "Wir werden alle 14 Tage nach dem Rechten sehen", sagte Geschichtslehrer Norbert Kleinschmidt, der mit einigen seiner Schüler zu der Gedenkfeier auf den Ehrenfriedhof gekommen war. Gemeinsam mit einer Gruppe russischer Schüler aus Saransk, die derzeit für ein paar Tage in Hannover zu Gast sind, haben die Jugendlichen vor dem Mahnmal ihre Gedanken über die Verbrechen der NS-Zeit geäußert, sie zu Papier gebracht und symbolisch an einen Baum gehängt. "Ich möchte, dass so eine Grausamkeit nie wieder geschieht", sagte eine Schülerin. Ein russischer Schüler sprach von der Bedeutung des Respekts zwischen den beiden Völkern.
Es sei wichtig, dass sich die kommenden Generationen in beiden Ländern auch gemeinsam mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges befassen, sagte der Schuldirektor der vier anwesenden russischen Schüler, Alexander Afroskin. "Für die jungen Menschen ist es heute Gott sei Dan"Vor seiner Abreise wolle Afroskin seinen getöteten Landsleuten aber auch noch selbst Respekt zollen. Er habe Erde aus Russland mitgebracht, die er auf der Gedenkstätte verteilen wolle, erzählte der Schulleiter. "Damit können wir den Opfern auf diesem Friedhof hier zumindest ein Stück Heimat zurückgeben."
von Stephan Fuhrer
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