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Diepholzer Kreisblatt
v.
21.03.2009
Auflage:
19.100
"Erschütternde Erlebnisse" Geschichts- und Erinnerungstafeln auf Bassumer Friedhof eingeweiht / Schüler recherchierten
Bassum (js) Erinnerungen verblassen, doch gibt es Wege, sie so lange wie möglich am Leben zu halten? "Eine Antwort bietet dieses Projekt", sagte Ursula Reimers von der Landesschulbehörde auf dem Bassumer Friedhof. Dort wurden gestern Geschichts- und Erinnerungstafeln eingeweiht, auf denen Einzelschicksale von Bassumer Bürgern aus dem Zweiten Weltkrieg geschildert sind.
Schüler der Haupt- und Realschule Bassum hatten fast zwei Jahre lang recherchiert. Mit Hilfe des Bassumer Stadtarchivs sowie dem Volksbund Deutsche Kriegsgräber konnten die Jungen und Mädchen viele Informationen zusammentragen. Davon machten sich gestern neben vielen anderen Gästen auch Bassums Bürgermeister Wilhelm Bäker und Landrat Gerd Stötzel ein Bild: "Ihr habt meinen ganz großen Respekt", richtete Stötzel sein Wort an die neun Schüler. Die Tafeln seien etwas Besonderes, weil sie einzelne Geschichten und Namen aus der Anonymität der Masse von Toten herausheben würden. Der Landrat verwies in diesem Zusammenhang auf eine vorausgegangene Ansprache von Bassums Pastor Herbert Köhler: "Ein Name gibt dem Mensch ein Gesicht, eine Biografie, seine Würde."
Um die Schüler für ihre besonderen Mühen zu würdigen, nannte Gerd Stötzel sie deshalb alle beim Namen: "Tomke Dieckmann, Sandy Humann, Nils Heinzer, Henrik Gießel, Wiatscheslaw Lyulin, Anton Grass, Niklas Geldmacher, Alinea Brummerhoff und Yanniah Pelzer - ich danke Euch ganz herzlich."
Große Stille herrschte, als die Jugendlichen von ihren Recherche-Erfahrungen berichteten. Sie seien während ihrer Nachforschungen teilweise mit erschütternden Erlebnissen konfrontiert worden. Die persönlichen Schicksale hätten aufgerüttelt, das ganze Grauen des Krieges vor Augen geführt. "Dieser Kurs hat uns gelehrt, dass sich die Erinnerung allzeit bewährt", reimten die Schüler.
Ein Ansatz, den Wilhelm Bäker in seiner Ansprache aufgriff: Heutzutage gebe es kaum noch Menschen, die den Krieg selbst miterlebten. "Wir dürfen nicht vergessen was geschehen ist, und dazu leistet auch Bassum seinen Beitrag." Als Zeichen der Anerkennung lud Bäker die Schüler und ihre betreuenden Lehrer Jan-Jürgen Aden und Stefan Schmidtchen zum Essen ein.
Er sei überzeugt, die Kriegsopfer wollten nicht als Helden gefeiert werden, sagte Bäker. Stilles Verweilen vor den Gräbern sei angebrachter. Gedenken an die Namen, die Einzelschicksale - Erinnerungen an die Opfer als ganz normale Menschen - dazu, so der Bürgermeister, würden die Tafeln in großem Maße beitragen.
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