Sie
waren keine Helden - Andreaner erabeiten Texte für
Volkstrauertag
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| Eigene
Erfahrungen für die Gedenkstunde in Hannover verarbeiteten
Julian Klose, Clara Japing, Mona Groth, Gwendolin Gurr,
Amalie Hundertmark, Viola Dempwolf und ihre Lehrerin
Karin Frank-Gersting vom Andreanum
Foto: P. Hartmann |
Die sechs
Andreaner aus Hildesheim bekamen Lob von allen Seiten. In
der Staatsoper Hannover trugen sie sehr individuelle eigene
Texte zum Volkstrauertag bei der landesweiten Gedenkstunde
des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge vor.
Was
ist eigentlich passiert in diesem Krieg? Wo liegen die Toten
bestattet, was können Überlebende erzählen?
Wie ist das eigentlich, ein Krieg? Um Antwort auf diese
Fragen zu bekommen, machte sich eine 8. Klasse des Andreanums
auf den Weg nach Osten. Auf der Halbinsel Usedom besuchte
sie eine ganz neue Bildungsstätte des Volksbundes Deutsche
Kriegsgräberfürsorge. Begleitet von ihrer Klassenlehrerin
Karin Franke-Gersting, befassten sich die Schüler dort
mit dem Krieg und seinen Opfern.
Zuerst, räumten die Schüler ein, habe man Vorbehalte
gehabt. Hätte doch lieber am Strand gelegen. Aber dann
gab es eine Radtour über die nahe Grenze, dann sahen
die Schüler die Massengräber, die an den verheerenden
Bombenangriff der Alliierten auf das mit Flüchtlingen
vollgestopfte Swinemünde erinnern. Die Konfrontation
mit dem Kriegstod so vieler Männer, Frauen und Kinder
und die Pflege der Gräber verarbeiteten die Schüler
in Texten, fassten ihre Eindrücke schriftlich zusammen.
Auch das Ergebnis eines Gesprächs mit polnischen Überlebenden.
"Ein sehr erfolgreicher Aufenthalt", darin waren
sich Klasse und Lehrerin einig, "und nachahmenswert,
aber nicht für Schüler unterhalb der 8. Klasse".
Vor einigen Wochen, sie war längst nicht mehr Klassenlehrerin,
wandte sich Karin Franke-Gersting erneut an ihre ehemaligen
Schüler. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
war an sie herangetreten, es wurden noch Schüler für
die zentrale Gedenkstunde in Hannover gesucht. Sechs Schüler
erklärten sich bereit, erarbeiteten Texte über
ihre Eindrücke und trugen diese in der Gedenkstunde
vor. "Sie waren keine Helden", hörten die
Teilnehmer, unter ihnen der frühere Verteidigungsminister
Peter Struck und der Landtagspräsident Wernstedt. "Sie
sind einer Politik zum Opfer gefallen, die Menschenleben
nicht für wert erachtet hat." Die aktive Teilnahme
an der Gedenkstunde "war eine wichtige Erfahrung für
uns", findet Amelie Hundertmark. Und ihre Mitschülerin
Clara Japing fügt hinzu: "Erst war es Skepsis,
aber die Gegend war schön und das, was wir dort gemacht
haben, war gut".
Hildesheimer
Zeitung vom 24.11.2006
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